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Intro...
Zugegeben, ich habe erst sehr spät damit begonnen, mich für
R&B, Soul und Jazz zu interessieren, und musste zunächst
den großen Umweg über den Jazz und die einschlägige
Jazzliteratur gehen und selbst ein paar Instrumente lernen, um das
Schubladendenken aufzu- geben und die Kultur der Afroamerikaner
als Ganzes zu begreifen und zu lieben. Mittlerweile stehen in meiner
Sammlung z. B. die Aufnahmen von Jimi Hendrix gleichberechtigt neben
denen von Charlie Christan und Wes Montgomery, die Alben von Al
Jarreau neben CD‘s von Bill Withers, Gil Scott Heron und Bobby
Womack.
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Um Bobby Womack ist es in den letzten Jahren leider ziemlich still
geworden. Sieht man von einigen lobens- werten Gastauftritten auf
den aktuellen Alben von Rae & Christian und Bootsie Collins
mal ab, scheint Bobby derzeit vollkommen von der Bildfläche
verschwunden zu sein. Keine neuen Alben, keine Tournee. Auch im
Internet scheint sich niemand sonderlich für ihn zu interessieren.
Schade eigentlich. Um diesen trüben Zustand zu beenden, habe
ich mich also aufgerafft und versucht selbst eine Website zu bauen.
Womagic. de ist das Ergebnis. Wenn Bobby Womack sich selbst den
Titel „Soul Survivor“ gibt, dann klingt das zunächst
etwas „großmäulig“ oder, so er sich das nicht
selbst ausgedacht hat, nach der Marketingabteilung einer Plattenfirma.
Bei genauer Betrachtung seines Lebensweges, und vor allen Dingen
bei genauem Hören seiner Alben, hingegen bleibt jedoch kein
Zweifel: der mann spricht schlicht und ergreifend die Wahrheit. |
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50's
Bobby Dwayne Womack wurde am 04.03.1944 in Cleveland im US-Bundesstaat
Ohio geboren. Bobby‘s Vater, Firendly Womack, hauptberuflich
Stahlarbeiter und in der Freizeit Gitarrist einer Band mit Namen
„The Voices of Love“, förderte natürlich die
musikalische Entwicklung seiner Kinder Cecil (später Womack
& Womack), Curtis, Friendly jr., Harry und Bobby schon frühzeitig.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Womack Brüder
schon Anfang der 50er Jahre ihre erste eigene Band gründeten
und als „The Womack Brothers“ durchs Land zu reisten
um bei den beliebten Gospelshows zu spielen. Hierbei traten sie
u. a. neben damals namhaften Künstlern wie den „Five
Blind Boys“, den „Caravans“ und „Pilgrim
Travelers“, auch mit einem „Newcomer“ namens David
Ruffin auf, der später als Leadsänger der „Temptations“
noch Weltruhm erlangen sollte.
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Die Womack Brüder waren eifrige Kirchgänger und zur
Freude ihrer religiösen Eltern, tief in ihrem Glauben verwurzelt
und glaubten zu jener Zeit, dass jeder andere Weg, als der Weg den
die Gospel Sänger gehen, sie direkt in die Hölle führen
würde.
60's
Im Jahr 1960, Bobby war gerade mal 16 Jahre alt, traten die Womack
Brothers im Vorprogramm der „Soul Stirrers“ auf. Der
Leadsänger dieser Band, der großartige Sam Cooke, nahm
sich des jungen Bobby an und wurde fortan sein Mentor. Sam, der
zu diesem Zeitpunkt schon die „weltliche“ Musik für
sich entdeckt hatte, nahm Bobby ab 1960 gelegentlich als Gitarrist
in seine Band. Je erfolgreicher Sam Cooke wurde, desto intensiver
versuchte er Bobby und seine Brüder davon zu überzeugen,
dass die weltliche Musik mehr Geld und Ruhm zu bieten hatte, als
der „reine“ Gospel. Einmal sagte er ihnen sogar, sie
sollten an sein neues Haus und seine neuen Autos denken, wenn sie
das nächste Mal im Studio stehen. Bobby teilte diese Auffassung
letztendlich, verließ die Schule und wurde Fulltime-Musiker. |
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| Mit 3.000, von Sam Cooke als Vorschuss erhaltenen, Dollars
in der Tasche, machten sich die Womack Brüder 1962 auf den Weg
nach Los Angeles, bekamen einen Plattenvertrag bei Cooke‘s neuen
Label „SAR“, benannten sich in „The Valentinos“
um und nahmen ihre erste Single auf. Aus dem Gospelsong „Somewhere
There Is A God“ strickten sie ihr „Somewhere There’s
A Girl” und aus dem Traditional “Couldn’t Hear Nobody
Pray” ihre erste Hit Single “Lookin’ For A Love”.
Looking For A Love schaffte auf Anhieb den Sprung auf Platz 8 der
amerikanischen R&B Charts und kam sogar in die Top 100 der Pop-Charts.
Wenn das kein Erfolg ist, was dann? Die Valentinos wurden schnell
zu echten R&B- Berühmtheiten und füllten in den kommenden
Jahren ziemlich alle relevanten Clubs und Konzerthallen. Wie bei den
meisten schwarzen Künstlern dieser Zeit vierlief die Karriere
von Bobby Womack nicht geradlinig, sondern war von echten Up‘s
und tragischen Down‘s geprägt. Das Highlight des Jahre
1964 trug den Titel „It‘s All Over Now“ und war
ein von Bobby geschriebener und von den Valentinos als Single veröffentlichter
Song. |
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