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Diesen Song hörten im fernen London auch zwei
junge Burschen mit Namen Mick und Keith. Sie waren von Bobby‘s
Song derart angetan, das sie mit Ihrer Band sofort eine Coverversion
davon aufnahmen. Bobby kann also durchaus behaupten, er habe dazu
beigetragen, der wohl größten Rockband der Geschichte
aus den Startlöchern zu helfen. Der Rest ist Geschichte: „It‘s
All Over Now“ wurde der erste Nr. 1 Hit der Rolling Stones.
Der große Schock traf Bobby dann am Ende des Jahres 1964.
Denn im Dezember dieses Jahres starb Sam Cooke auf äußerst
mysteriöse Weise in einem billigen Motel in Los Angeles. Der
tragische, bis heute nicht vollständig aufgeklärte, Tod
seines Mentors (war es wirklich Mord?), machte Bobby echt zu Schaffen
und hatte neben einer heftigen emotionalern auch eine lang andauernde
berufliche Krise zur Folge. Nach Sam‘s Tod begann Bobby, 21
Jahre alt, sich regelmäßig mit der wesentlich älteren
Barbara Campbell, Sam‘s Witwe, auch in der Öffentlichkeit
zu treffen und zog mit ihr durch die vielen Nachtclubs von LA. Drei
Monate später heirateten Bobby und Barbara Campbell. Später
gab Bobby offen zu, wie sehr er unter dieser „frühen“
Heirat litt:
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„Ich wurde immer als der Junge vorgestellt, der Sam Cooke‘s
Frau geheiratet hat.“
„Als es klar wurde, dass ich seine Frau heiraten würde,
kannte ich sie nicht wirklich. Sie war einfach so verletzt, dass
er auf diese Weise von ihr gegangen war. Sie war bereit den, der
ihm am nächsten stand, den er mochte, zu ergreifen. Und das
war ich. Und ich war bereit für sie da zu sein, da ich wusste,
dass sie jemand brauchte, der sie führt. Ich wusste, wenn ich
mich an diese Stelle rückte, würden mich eine Menge Leute
hassen. Aber wenn ich diese Frau nicht heirate, wird diese Frau
etwas Verrücktes tun, und sie wird vielleicht nicht dazu in
der Lage sein, da wieder raus zu kommen.“
„Sam Cooke hatte einen höllischen Einfluss auf
mich, nicht nur, weil er ein großartiger Sänger war,
sondern weil er ein großartiger Mensch war. Er war der Inbegriff
eines Stars, wie die Newcomer heute sagen würden. Sam war die
Art von Mensch, der dir das Gefühl gab, dass du er bist und
er du. Er konnte das so gut. Er sagte mir: Singen macht mir einfach
Spaß! Bobby, die Leute haben sonst nichts. Wenn meine Show
vorbei ist, gehen sie zurück zu diesem täglichen Druck,
dem System. Ich schätze mich glücklich, dass ich für
sie diese Party schmeißen kann und dafür bezahlt werde.
„
Nach Sam’s tragischem Tod blieben „The Valentinos“
noch ein Jahr zusammen und nahmen ohne nennenswerten Erfolg für
das Checker Label auf. |
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Mitte der 60er Jahre begann Bobby’s zweite Karriere als Session Gitarrist
und Songwriter. Zu den Künstlern, mit denen er arbeitete, zählten
Ray Charles, Aretha Franklin, Joe Tex und King Curtis, für
den auch Jimi Hendrix arbeitete. Für Wilson Pickett schrieb
Bobby sogar 17 Songs, u. a. die Hits „I’m a Midnight
Mover“ und „Ninety-Nine and a Half (Won’t Do)“.
Während dieser Zeit unternahm Bobby auch seine ersten Gehversuche
als Solo-Künstler. Seine damaligen Aufnahmen für Label
wie Him, Chess and the Atlantic blieben jedoch erfolglos. Erst 1968
schaffte Bobby, mit dem Southern-Soul Song „What Is This“,
seinen ersten Achtungserfolg und die ersten Notierungen in den Charts.
Die Folgenden Singles, Soul-Versionen der Pop-Songs „Fly Me
To The Moon“ and „California Dreamin’“ von
„The Mamas and The Papas“, waren hingegen nur mäßig
erfolgreich, eher Flopps. |
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Erst die Zusammenarbeit mit dem Ton-Ingenieur Darryl Carter brachte
bessere Ergebnisse und mit Bobby‘s Wechsel zu United Artists
(1971) gelang ihm schließlich auch der große Durchbruch
als Solo-Künstler. Bei United Artists gab es keine „künstlerischen“
Einschränkungen und Bobby konnte erstmalig sein „eigenes“
Album produzieren. Auf der Ende 1971 veröffentlichten LP „Communication“
blieb Bobby seiner Vorliebe für gefühlvolle Coverversionen
von Pop-Standards treu. Neben James Taylor’s „Fire and
Rain“ and Ray Stevens „Everything Is Beautiful“,
gab Womack jedoch auch, auf dem von den Carpenders komponierten
Track „(They Long To Be) Close To You“, einen langen
Monolog über den ehemals auf ihn ausgeübten Druck, seine
Musik mehr kommerziell klingen zu lassen, zum besten. Neben den
Coverversionen gibt es auf „Communication“ auch drei
neue Womack Songs. Unter ihnen auch der Hit „That’s
The Way I Feel about Cha’“, in dem er vordergründige
Verliebtheiten und die Sicht durch die „rosa Brille“
als wirklichkeitsfremd enttarnt. Das nenne ich Soul. Als dieser
Song Anfang 1972 auf Platz 2 der R&B Charts kletterte und auch
in die Top 30 der Pop Charts sprang, bekam Bobby nicht nur die ihm
zustehende Anerkennung, sondern auch den Ruf als „Philosoph
des Alltagslebens“.
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