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Das Folgealbum „Understanding“ wurde, wie auch sein Vorgänger, in den traditionsreichen Räumen des American Sound Studio und des Muscle Shoals aufgenommen. Diesmalkonnte sich Bobby einige echte Top-Musiker leisten, was man den Aufnahmen auch durchaus anhört. Die Erste Auskopplung war „Woman’s Gotta Have It“, ein echter Womack Klassiker, (eine eindringliche Warnung an alle Männer, die ihre Frauen als etwas vollkommen selbstverständliches betrachten), geschrieben unter Mitwirkung von Daryl Carter und Linda Womack (der Tochter von Sam Cooke und Ehefrau von Bobby‘s Bruder Cecil). Mit diesem Song erreichte Bobby im Frühjahr 1972 Platz 1 der R&B Charts. Die zweite Auskopplung war weniger erfolgreich. Die schwarzen DJ‘s mochten „Sweet Caroline“, eine Coverversion des Neil Diamond Hits nicht besonders und spielten stattdessen lieber die B-Seite „Harry Hippy“, welche 1973 Platz 8 in der R&B Hitparade erreichte und zu Bobby‘s erster „Gold-Single“ wurde.

 

1973 war die „Blaxploitation-Welle“ auf ihrem Höhepunkt und Bobby folgte Isaac Hayes (Shaft) und Curtis Mayfield (Superfly) indem auch er einen Soundtrack zum Besten gab. Ein Urteil über den Film „Across 110th Street“, kann hier ich nicht abgeben, da ich ihn noch nicht sehen konnte (Hat den schon jemand gesehen?). Der Titel Song des Albums, brachte Womack jedenfalls seinen fünften Top-20-R&B-Hit in weniger als zwei Jahren.

Mit dem ebenfalls 1973 erschienenen Album „Facts Of Life“ setzte Bobby seine erfolgreichen Interpretationen von Coverversionen fort. Neben dem All Time Standard „Nobody Knows You When You‘re Down and Out“, Burt Bacharachs „Look Of Love“ interpretiert Bobby hier auch „That‘s Heaven To Me“ von Sam Cooke und lässt diese „durchwachsene“ Platte mit Bob Dylan‘s „All Along The Watchtower“ enden. Für seine nächste LP-Produktion kehrte Bobby zu seinen Roots zurück und nahm ein Remake des Valentinos Songs „Lookin’ For A Love“ auf, welches auch dem Album den Titel gab. Dieser Song wurde Anfang 1974 als erste Single ausgekoppelt und wurde zu Bobby‘s zweiten Nr. 1 Hit in den R&B Charts und zu seinem bisher einzigen Top 10 Hit in den Pop-Charts.

 
 

Bobby‘s dauerhafte Präsenz in den Hitparaden machte ihn zu einem Superstar für die Afroamerikaner (einen ebenso großen Crossover-Erfolg konnte er bisher nicht erzielen), dennoch schien er langsam zu einem der vielen Opfer der Musikindustrie zu werden. 1975, Bobby war längst von Barbara geschieden, lebte er noch immer in LA und gab sich der Welt aus Drogen, Partys, Frauen, Hotelzimmern und teurem Champagner hin. Das hinterlies natürlich deutliche Spuren und wirkte sich auf seine Arbeit aus. Der Funk-Song „Check It Out“ war dann auch sein einziger nennenswerter Hit 1975, und schaffte es nur bis Platz 6 in den R&B Charts. Ein Jahr später kehrte er erfolgreich zu seinen musikalischen Markenzeichen zurück und veröffentlichte mit „Daylight“ vom Album „Safety Zone“ seinen letzten Hit für United Artists. Auslöser für die Trennung von United Artists waren Streitereien um sein Album „Bobby Womack goes Country & Western“. Bobby wollte unbedingt die C&W-Schiene fahren, United Artist hielten die Idee für absurd und Bobby für völlig durchgedreht.

Am 31.12.1975 heiratete Bobby seine zweite Frau Regina Bank und kehrte Anfang 1976, einen frischen Vertrag mit Columbia Records in der Tasche, zurück in das Muscle Shoals Studio. Auf dem Album „At Home in Muscle Shoals“ kann mann wieder einen energischen Womack hören, dessen Stimme wesentlich rauher wirkt und der mit dem Track „Never Let Nothing Get The Best Of You“ wieder eine hoffnungsvolle Botschaft zu verkünden hat und wieder allen Mut machen will.

 
 

Man könnte meinen, da sich der Künstler wieder selbst gefunden hatte, jetzt ginge es munter und erfolgreich weiter, ein tolles Album nach dem anderen wird abgeliefert und alle sind froh und glücklich bis an ihr Lebensende. Mitnichten. Die Wirklichkeit sah leider völlig anders aus. Da das Musikgeschäft sich aber zwangsweise in kontinuierlicher Bewegung befindet, jedes Jahr mindestens ein Mega-Hype geboren werden muss, die vielbeschworenen Erscheinungen des Zeitgeistes sich verändern, ist es nur logisch das ein Künstler auch mal durch das Sieb fällt, ins „Abseits“ gerät und schlicht und einfach „Out“ ist. Die Disco-Welle kam und verdrängte Künstler wie Bobby Womack teilweise vom Markt. Die beiden selbst produzierten Alben “Home Is Where The Heart Is” von 1976 und “Pieces” aus dem Jahr 1977 wurden, abgesehen von einigen Single Auskopplungen, nur wenig beachtet und hatten die Trennung von Columbia zur Folge. Mit dem 1978 bei Arista erschienenen Album „Roads Of Life“ beendete er die 70er Jahre schon vorzeitig.

 
 
   
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